Rückblick: Fachveranstaltung Gewaltschutz in der Pflege am 18.05.2026

21.Mai 2026 – Am 18. Mai 2026 fand die Fachveranstaltung des Qualitätsausschusses Pflege zum Thema „Gewaltschutz in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten“ statt. Gemeinsam mit zahlreichen Teilnehmenden, Referierenden und Gästen standen aktuelle Entwicklungen, fachliche Perspektiven sowie praxisnahe Ansätze zum Gewaltschutz in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten im Mittelpunkt der Diskussion.

Die Veranstaltung eröffneten Frau Dr. Antje Schwinger (GKV-Spitzenverband) sowie Herr Claus Bölicke (AWO Bundesverband e.V.) vom Vorstand der Geschäftsstelle Qualitätsausschuss Pflege e. V. In seinem Grußwort erläuterte Herr Dr. Martin Schölkopf, Abteilungsleiter Pflegeversicherung, Fachkräftesicherung, Recht der Heilberufe im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den gesetzlichen Hintergrund, der zum Auftrag zur Erstellung und Veröffentlichung bundeseinheitlicher Empfehlungen für Prozesse zur Förderung des Gewaltschutzes in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten geführt hat. Darüber hinaus verwies er auf die Arbeit des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. sowie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), das bereits vielfältige Informationen und Unterstützungsangebote zum Themenfeld Gewaltschutz in der Pflege bereitstellt. Die durch den Qualitätsausschuss Pflege entwickelten Empfehlungen ergänzen diese bestehenden Angebote sinnvoll.

Im Anschluss wurde in einem Impulsvortrag der Auftrag zur Entwicklung der Empfehlungen sowie die Zusammensetzung der hierfür durch den Qualitätsausschuss Pflege eingesetzten Arbeitsgruppe vorgestellt. Daran anknüpfend diskutierten Mitglieder der Arbeitsgruppe und des Qualitätsausschusses Pflege im Rahmen einer Podiumsdiskussion die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen. Zudem reflektierten sie die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe. Dabei hoben sie insbesondere die gelungene und konstruktive Kooperation der Mitglieder hervor und benannten zentrale Herausforderungen sowie Perspektiven für die praktische Umsetzung von Gewaltschutzmaßnahmen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden verschiedene fachliche Instrumente und Praxisansätze vorgestellt. So präsentierte das ZQP seinen Praxisleitfaden für Einrichtungen der stationären Langzeitpflege zur Entwicklung eines Gewaltschutzkonzeptes. Darüber hinaus beleuchtete der Medizinische Dienst Bund den Qualitätsaspekt „Erfassung von und Reaktionen auf Anzeichen von Gewalt, Vernachlässigung und Unterversorgung“ im Rahmen der ambulanten personenbezogenen Prüfung und erläuterte, wie mit entsprechenden Situationen in der Prüfpraxis umgegangen wird.

Nach der Mittagspause richtete sich der Fokus verstärkt auf konkrete Praxisbeispiele. Verschiedene Projekte aus der Pflegepraxis gaben Einblicke in Maßnahmen und Strategien zur Gewaltprävention.

Vorgestellt wurde das Rahmenkonzept zum Schutz vor Gewalt, Übergriffen und grenzüberschreitendem Verhalten der AWO Trialog Weser-Ems GmbH mit Schwerpunkt auf der stationären Versorgung. Für den ambulanten Bereich präsentierte die K&S Gruppe ihren aktuellen Stand zur Gewaltprävention und entsprechende Maßnahmen im Unternehmenskontext.

Abschließend ist das Programm „Partizipative Entwicklung eines multimodalen Konzeptes zur Prävention von Gewalt in der stationären Langzeitpflege“ (PEKo)“ vorgestellt worden. Die Techniker Krankenkasse unterstützt das Programm für stationäre Einrichtungen, ambulante Pflegedienste und Krankenhäuser. Besonders hervorgehoben wurden in dem Vortrag die Bildung von PEKo-Teams sowie die Rolle von PEKo-Beauftragten als wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Präventionsstrategie.

Die Veranstaltung bot zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und machte deutlich, dass Gewaltschutz in der Pflege ein zentrales Thema für alle Versorgungsbereiche bleibt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden konnten wichtige Impulse gesetzt und zentrale Aspekte des Gewaltschutzes diskutiert werden.

Das Programm der Veranstaltung sowie alle Präsentationen der Vortragenden stehen auf der Webseite des Qualitätsausschusses Pflege im Downloadbereich zur Verfügung.